Wenn der Mond blind macht

Mondblindheit beim Pferd

Die Stute Sunka litt an einer bis heute unheilbaren Augenkrankheit, der Mondblindheit. Erstmals ist in der Pferdeklinik der Universität Bern eine Operation durchgeführt worden, die ihr Augenlicht retten kann.

Von: Nicole Basieux

Patientenbesuch in der Pferdeklinik der Universität Bern: in der zweiten Boxe steht Sunka, eine weisse Stute. Sie ist am Auge operiert worden. Dabei haben ihr die Augen-Spezialisten Antonella Rampazzo von der Pferdeklinik in Bern und Bernhard Spiess vom Tierspital in Zürich einen Teil des Auges entfernt. Dieser wird Glaskörper genannt.

Der Grund für diese Operation war eine weit verbreitete und häufige Erkrankung des Pferdeauges, welche Mondblindheit oder auch equine rezidivierende Uveitis genannt wird. Es entzünden sich diverse Teile des Auges, wie zuerst die Iris und Bindehäute, und schliesslich auch die Hornhaut und der Glaskörper. Durch die Entzündung leiden die betroffenen Tiere unter starken Schmerzen.DD

Die Ursache für die Mondblindheit war lange Zeit unbekannt. Vermutet wurde früher ein Zusammenhang mit dem Mondzyklus – daher auch der Name. Gemäss neuesten Erkenntnissen liegt das Problem jedoch in der toxischen Wirkung von Eiweissen, welche von Bakterien stammen, die zum Beispiel in den Ausscheidungsprodukten von Mäusen vorkommen. Diese Infektion ist die weltweit häufigste Ursache für das Erblinden von Pferden. „Es ist unklar, wie viele Fälle es in der Schweiz gibt.“, erklärt die Tierärztin Rampazzo. Zusammen mit Spiess operierte sie Sunka. Den dadurch entstandenen Platz haben sie mit einer Ersatzflüssigkeit aufgefüllt. „Die Operation verlief sehr gut, doch sind endgültige Resultate erst in zwei bis drei Tagen ersichtlich.“, sagt Rampazzo. Soweit sehe aber alles gut aus bei der 9-jährigen Stute.

Darüber ist vor allem die Besitzerin erleichtert: „Sunka wird nicht nur keine Schmerzen mehr haben, sondern auch an Lebensqualität gewinnen.“ Pferde sind Fluchttiere und darum ihre Augen lebenswichtig. Bald wird die Stute wieder über die Weiden galoppieren: sehend und schmerzfrei.

~ von basieux - 30. September 2008.

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